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Tine, meine Neue…

Nachdem die Versicherung meines Unfallgegners nach etwas ueber 2 Monaten nun doch gezahlt hat, stand fuer mich die Entscheidung an, entweder Else reparieren zu lassen oder ein neues Motorrad zu kaufen. Gegen Else sprach dann leider doch die Tatsache, dass sie bereits knapp 80.000 km auf dem Buckel hatte und es einfach mehr Sinn gemacht hat, sie zu ersetzen statt sie reparieren zu lassen. Tat mir wirklich etwas leid, aber hilft ja nix.

Seit letzter Woche steht nun die „neue“ auf dem Hof: Eine 1994er Honda Transalp. Bereits Post-Facelift, noch eine echte Japanerin, 35000 Kilometer, gewartet, mit Koffersatz und neuen Reifen sowie Kettensatz. Das ganze gab es fuer einen aeusserst fairen Kurs, so dass ich mir das mit dem Geld der Versicherung leisten konnte.

Getauft haben wir sie bereits letzte Woche, und statt dem anfangs vorgeschlagenen „Twisty Tina“ hat sich inzwischen der Name „Transalpine Tine“ eingebuergert. Am Wochenende ging es dann auch gleich auf die erste groessere Testrunde: Eine Tagestour durch den noerdlichen Schwarzwald.

Um kurz nach 11 Uhr vormittags ging es los (nachdem ein Kollege, der eigentlich mitfahren wollte, verschlafen hat und doch nicht mitkam): Zuerst ueber meine Standardstrecke von Ettlingen nach Bad Herrenalb, von hier weiter ueber Loffenau nach Gernsbach. Anschliessend der erste Pass (sofern man im Schwarzwald wirklich von Paessen sprechen kann. Schwarzwaldpaesse halt) ueber den Hornberg weiter nach Enzkloesterle, wo ich mich erstmal zu einem kurzen Mittagessen niedergelassen und selbiges dann auf der nebenan liegenden Sommerrodelbahn verdaut habe. Danach noch ein kleiner Spaziergang an einer Schwarzwaldsouvenierbude vorbei, an welcher ich mich ueber die angebotenen Wolpertinger amuesiert habe. Ich habe kurz ueberlegt, eines dieser Viecher zu kaufen und meinem Bruder in die USA zu schicken – der moechte so ein Ding eigentlich echt gern haben, aber seine Frau wuerde es erst ihm und anschliessend mir um die Ohren hauen :).

Nach dem Stop ging es weiter auf die B294 nach Seewald, rueber nach Baiersbronn, ueber Freudenstadt, weiter auf die L404 (die ich der Nummerierung entsprechend erstmal nicht fand, haha) und die L96 in Richtung Wolfach. Letztes mal als ich hier war, hatte es einen kleinen gemuetlichen Markt. Diesmal war leider nicht wirklich viel los, aber fuer einen gemuetlichen Eiskaffee reicht es allemal.

Ab hier war erstmal Schluss mit den Nebenstrassen – es ging weiter ueber die B294/B33 nach Steinach und von hier ueber Zell auf die L94, die hier mit einem durchaus abenteuerlichen Pass aufwartet: Ganz schoen eng und rechts neben der Fahrbahn direkt ganz schoen abgruendig. Einmal in ner Kurve verbremst und aus ist’s.

Ueber die B28 nach Oppenau und von hier aus wieder einen Abstecher zu den Allerheiligen Wasserfaellen. Auf dem Weg hierhin habe ich oefters einen kleinen Bach gekreuzt und auf einer kleinen Schotterstrecke zu irgendeinem Saegewerk, die ich wunderbar als kleinen Offroadtest hernehmen konnte, kam ich direkt an diesem Bach vorbei. Angehalten, Schuhe aus, und die Fuesse erfrischt. Sehr schoen!

Von hier aus fuehrt mich der Weg weiter ueber die Hornisgrinde, an der Schwarzenbachsperre vorbei und eine kleine Abschlussrunde ueber die Rote Lache. Inzwischen ist es bereits knapp 20 Uhr, also mache ich mich zurueck auf den Weg nach Karlsruhe.

Es war ne schoene Tour, die Transalp hat sich wacker geschlagen und ich frage mich ein bisschen, wie ich es bislang ohne V2 aushalten konnte. Die faehrt sich wirklich schoen, ich bin begeistert!

Die Tour zum nachfahren gibts auf Mopedmap.de. Die Bilder der Tour als Fotogalerie auf meinem Flickr-Stream.


Hurra, hurra, der Fruehling ist da!

Es scheint ja momentan so, als hätte sich der Frühling endlich entschlossen, dem Winter in den Hintern zu treten. Zumindest haben wir seit gestern richtig schön Sonnenschein. Was natürlich eine ideale Gelegenheit war, um die Else zu schnappen und mal ein bisschen durch den Schwarzwald zu rocken!

Die Else aus der Garage geschoben und gesattelt. Ab geht’s! Diesmal von Karlsruhe runter nach Ettlingen und von da weiter Richtung Bad Herrenalb, von da ab – mal schauen. So war zumindest der Plan. Kurz vor Ettlingen geht es auf die L562, Landstraße, Juche! Nur leider stelle ich fest, dass der Tunnel der Ortsumfahrung gesperrt ist. Also doch wieder auf die vom Sonntagsverkehr überfüllte B3 und die Umleitung durch Ettlingen. Am Kreisverkehr, der mich zurück zur Landstraße Richtung Bad Herrenalb bringen soll, erwartet mich ein Stau von mehreren Kilometern. Nein, nicht nur ein normaler Stau, sondern eine Verkehrsverstopfung biblischen Ausmaßes. So ein Mopped hat ja den Vorteil, dass es sich von Staus nicht zwangsläufig beeindrucken lassen muss, aber hier… keine Chance! Dazu kommt: Wenn sich hier schon hunderte Autos stauen, ist nicht anzunehmen, dass es auf der Landstraße besser aussieht. Und auf Kolonnenfahren zwischen Sonntagsausflüglern in der Buergerkiste habe ich keine Lust. Also weiter und am Kreisverkehr die nächste freie Abzweigung nehmen. Ueber eher unspektakuläre Straßen führt mich der Weg auf die B462. Die ist zwar auch nicht unbedingt Motorradfahrers Traum, aber ab Gernsbach verpassen die ersten Ausläufer des Schwarzwaldes dem Aspaltband die nötig Biegung zum Spaß haben und Verkehr ist hier auch sehr sparsam unterwegs. Geht doch!

Da ich heute aber nicht unbedingt Lust habe, die „übliche“ Runde nach Freudenstadt und dann weiter ueber die Schwarzwaldhochstrasse nach Baden-Baden und von da aus zurück nach Karlsruhe zu hotten, entschließe ich mich dazu, in Forbach am Bahnhof vorbei rechts ueber die Brücke zu fahren und hier statt wie sonst immer nach links, einfach mal nach rechts abzubiegen! Ich wilder, ich! Der Wegweiser sagt „Rote Lache“, ich denke mir „haste schon mal gehört, is bestimmt kurvig“. Also… Kurvig ist sogar noch untertrieben! Kurve nach Kurve breitet sich vor mir aus, ich kippe von einer Schräglage in die nächste, Gas, Bremse, Gas, Bremse, das Fahrwerk hat ordentlich zu tun und die Konzentration steigt. Holla die Waldfee! Aber nach der Winterpause direkt die örtlichen Kurvenrekorde zu brechen ist keine gute Idee und ehrlich gesagt, habe ich auch gar keine Lust darauf. Das Wetter ist schön, das erste Grün wächst aus den Bäumen, ich fahre vorbei an kleinen Bächlein, Wiesen und kleinen Kapellen. Die Sonne scheint und der Himmel strahlt blau – und ich bin heute in Motorradwanderstimmung. Gemütlich einfach dahin treiben lassen, wo der Wind weht, ohne Hast und ohne Druck, einfach im vierten Gang niedertourig die Landstraße entlangtuckern, sich dabei vom einen oder anderen Schmetterling überholen lassen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen!

Irgendwo vor Baden-Baden, kurz hinter Gaisbach, geht es dann wieder auf die L78 in Richtung Gernsbach. Inzwischen wird es Nachmittag und ich habe Lust, mich einfach ein bisschen in die Sonne zu legen. Während ich noch vor mich hin trotte, entdecke ich einen Wegweiser zum Schloss Eberstein und da sich in mir eh langsam der Hunger regt, denke ich mir dass das einen Versuch wert ist und folge dem Pfeil. Nach ein paar weiteren Kilometern erblicke ich das Schloss, idyllisch gelegen auf einem Bergsporn ueber Obertsrot. Vor knapp 750 Jahren gebaut als Sitz der Grafen von Eberstein, beherbergt das Schloss heute ein Feinschmeckerrestaurant (mit Stern sogar), eine auf einer sehr gemütlichen Sonnenterrasse gelegene Schänke und einen Weinberg und ist damit ein beliebter Treffpunkt fuer Wanderer, Radler und natürlich Moppedfahrer. Hier lasse ich mich nieder, genieße ein großes Mineralwasser und anschließend einen Kaffee und lege mich danach auf der dem Hang zugewandten Burgmauer in die Sonne.

Nach einer Stunde geht es dann doch weiter… Inzwischen ist es 4 Uhr und die Sonne steht schon bedrohlich tief. Es ist halt doch noch Winter, und um nicht im Dunklen heimzufahren oder mir auf dem Mopped den Popo abzufrieren, mache ich mich wieder auf den Weg zurück nach Karlsruhe. Vom Schloss geht es auf direktem Weg runter nach Obertsrot. Da ich keine Lust darauf habe, ueber die Autobahn heimzufahren, entscheide ich, in Gernsbach abzubiegen und Richtung Bad Herrenalb zu fahren. Kurz hinter Loffenau hat es eine sehr schöne, Kurvenreiche und vor allem nicht sehr überlaufene Motorradstrecke (auf der man mich ab und zu auch unter der Woche vor der Arbeit finden kann. So ne kleine Runde zum Wachwerden ;)). Perfekt, um den Tag ausklingen zu lassen!

In Bad Herrenalb kommt nochmal der Ehrgeiz durch und ich überlege, dass doch noch genug Zeit ist, um nicht auf direkten Weg heimzufahren, sondern einen Schwenker auf die Nebenstraßen zu riskieren. Die Entscheidung war richtig, ich bin fast ganz alleine unterwegs und genieße die letzten Kurven bevor es wieder in die große Stadt geht. Allerdings wird es langsam aber sicher doch empfindlich frisch und schattig. War also doch gut, dass ich mich überwunden und den Heimweg angetreten habe. Der Tunnel bei Ettlingen ist inzwischen auch wieder geöffnet, was mir den Umweg durch die Stadt erspart. In Karlsruhe stelle ich mein Motorrad ab, schwinge mich vom Sattel und prüfe das GPS. Waren zwar nur 150km heute, aber trotzdem freue mich ueber die letzten Sonnenstrahlen des Tages, die mich vorm Haus noch etwas wärmen. Der Frühling ist da. Das Leben ist schön :)

Der Streckenplan zum Nachfahren.


Winterfahrer

Die Tage dank @cristianyxen auf Twitter ueber folgendes Video gestolpert:

Danach hat’s mich dann dermassen in der Gashand gejuckt, dass ich das gute Wetter gestern ausgenutzt hab:

Auf dem Bild schaut es etwas extrem aus, aber es war sonnig und die Strassen waren alle frei. Im Schatten sollte man halt etwas aufpassen, aber das ist ja selbsterklaerend. Ok, es war etwas frisch. Ok, schweinekalt. Trotzdem sehr geil gewesen :).


Cruising the Nordschwarzwald

Auf der B429Jeder Motorradfahrer, der schon einmal hier war, weiss es: Moppedtouren im Schwarzwald kann man nur schwer ueberbieten. Und da ich den Schwarzwald direkt vor meiner Haustuer habe, wollte das schoene Herbstwochenende natuerlich genutzt werden, um eine kleine Schwarzwaldrunde zu drehen. Geplant hatte ich eine gemuetliche Tagestour von Karlsruhe Richtung Bad Herrenalb, weiter nach Freudenstadt, runter nach Wolfach, ueber Biberach und Oppenau, an den Wasserfaellen Allerheiligen vorbei und ueber die Schwarzwaldhochstrasse zurueck nach Bad Herrenalb und Karlsruhe.

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