Monatsarchiv: Mai 2011

Honda Power of Dreams Testtage 2011

Anfang des Monats hatte ich die Ehre, von Honda zu den Power of Dreams Testtagen 2011 eingeladen zu werden. Anlass war das 50 Jaehrige Jubilaeum von Honda Deutschland – Grund genug fuer Honda, nicht nur die Presse, sondern auch einige der bekannteren Motorradblogger und Clubs in die Honda Akademie nach Erlensee einzuladen und diesen die Chance zu geben, die aktuelle Honda Modellpalette Probe zu fahren. Mensch, was hab ich mich darauf gefreut! Leider, leider kam mir ein paar Tage vorher ein Autofahrer in die Quere, was meine momentane Faehigkeit, Motorraeder (oder jegliche andere Art von Fahrzeugen) zu fahren, dummerweise doch stark beeintraechtigt hat. Scheisse.

Nun, was solls, den Event an sich wollte ich keinesfalls verpassen und da mein twitternder und bloggender Karlsruher Motorradkollege @Epic_Fnord sich bereiterklaert hat, meinen Zivi zu spielen, sind wir am Freitag eben statt auf unseren Motorraedern ganz unpassend im Auto zum Event gefahren. Und was mich angeht, ich finde die Entscheidung trotz meiner Verletzung am Event teilzunehmen, war absolut richtig! Als wir angekommen waren, waren bereits @pistonpin und @kutze21 vor Ort, kurz danach sind auch die restlichen Verdaechtigen, wie @motorradblogger, @moppedblog, @vjstephan, @vandango, @blablog, @schrm, @griesgram999, @moto1203, @systemstig, der @hotbrowser und ich weiss nicht wer noch alles, eingetroffen.

Vorstellung Neumodelle

Am Information Desk, an dem sich alle eingeladenen Blogger nochmals vor Ort akkreditieren mussten, habe ich mit meinem Gips dann doch kurz fuer etwas Verwirrung gesorgt. Nachdem ich den Maedels aber versprochen habe, dass ich nicht fahren werde heute, sondern nur zum guggen da bin, habe ich mein begehrtes Badge bekommen und durfte dann Moppeds und Workshops anschauen gehen. Kurz nach der Anmeldung wurde ich von Oliver Franz, seines Zeichens Pressemann von Honda Deutschland und damit Nachfolger von Aaron Lang, begruesst.

Waehrend der Rest der Truppe erstmal die Pferdchen gesattelt hat und mit den Vorfuehrmaschinen gen Landschaft verschwunden ist, habe ich mir die Pressevorstellung der aktuellen Honda Motorraeder angesehen. Besonders interessant fand ich dabei 3 Maschinen:

Honda CBR 250 R

Eine leichte, kleinvolumige und guenstige Einsteigermaschine. Ich persoenlich mag ja solche Maeherle viel lieber als moeglichst grossvolumige Hubraummonster, but „that’s just me“. Im Workshop sah sie auf jeden Fall schonmal interessant aus. 2 Dinge, die ich beachtlich finde: Sie hat serienmaessiges Combined ABS und ist fuer unter 4500.- Euro zu haben.

Honda CBR 600 F

Die interessiert mich persoenlich, da die alte CBR 600 F damals in der Berufsschule immer DIE Maschine war, von der ich mir vorgenommen habe, dass ich mir die mal kaufe, wenn ich gross bin. Ein relativ guenstiger Sportler, der nicht ganz so badass scheint, wie die RR.

Honda Crossrunner

Hondas neues Naked-Adventure-City-Landstrassenbike. 240 Kg vollgetankt, aufrechte Sitzposition, sportliches Fahrwerk: Klingt nach nem netten tourentauglichen Landstrassenbike. Obwohl ich mir noch etwas unsicher bin, ob mir das Design gefallen soll oder nicht. Hm…

Leider kam ich durch meine gebrochene Hand nicht dazu, die Motorraeder zu fahren, aber ich hoffe, dass ich vielleicht doch nochmal die Chance dazu bekomme, irgendwann die naechsten Wochen. Mal schauen.

Nachmittags gab es dann eine Vorstellung des Honda Asimo. Wer ihn nicht kennt: Das ist der nette kleine humanoide Roboter, an dem Honda seit den 80er Jahren forscht. Der kleine Mann ist, wenn ich mich richtig erinnere, knapp ueber 1.20 meter gross, wiegt weniger als 60 Kilogramm, sein Kopf weckt in mir die Vermutung, dass sein Designer Daft Punk Fan ist und er kann autonom kleine Aufgaben erledigen, wie zum Beispiel Getraenke oder Gegenstaende holen. Einer der Hoehepunkte der Show war, dass der Kerl inzwischen nicht mehr nu tanzen und gehen, sondern sogar richtig schnell rennen kann – und das nicht nur geradeaus, sondern auch um Ecken! Als IT-Mensch, der sich in etwa vorstellen kann, was da fuer ein albtraumhafter gigantischer Riesenaufwand dahintersteckt, fand ich das einen der am meisten faszinierenden Momente der Show, auch wenn ich von Robotik ja keine Ahnung habe. Andererseits macht das auch ein wenig Angst, denn wenn man vor Robotern nicht mehr davonrennen kann, bzw die einem dann einfach hinterher rennen, wer beschuetzt einen dann vor der Roboter-Zombiekalypse? Kennt Asimo eigentlich die 3 Gesetzte der Robotik? Achja, extra-creepy finde ich auch die Entscheidung, Asimo mit einer Kinderstimme reden zu lassen. Wobei das in mir Ideen fuer ganz neue practical jokes aufkommen laesst: Man koennte das Ding ja nachts zu jemandem ans Bett laufen lassen und wenn derjenige Aufwacht, spricht Asimo mit kindlich-unschuldiger Stimme „i want to play“! Harhar! :)

Rock'N'Roll!

Spaeter am Nachmittag hatte ich dann doch noch das Vergnuegen, mit Pistonpin ein kleines Rennen auf den Honda Aufsitzrasenmaehern zu fahren. Nachdem ich zuerst mehrere Minuten lang den Rasenmaeher erklaert bekam („Hier stellt man die Schnitthoehe ein, der neue Sitz ermoeglicht ein ermuedungsfreihes Gartenarbeiten, die Lamellen am Grasfangsack sind neu designed mit Ruecksicht auf Allergiker…“ – „Jaja, ich will doch nur faaaahren!“), gings dann endlich los. Ein Rennen „best of three“-Modus und – wer haette es gedacht – nach nur 2 Durchgaengen war die Sache souveraen entschieden: Pistonpin hat mich gnadenlos versenkt! Hmpf! Allerdings ist meine Ausrede, dass ich ja nur einhaendig am Lenkrad kurbeln konnte und meine Seite der Strecke unsauber und holprig war und ich, trotz der bombastischen 5 km/h, die das Ding rennt, Angst hatte, vom Bock zu fallen. Oder so! Naechstes mal fahren wir beidhaendig, dann brenn ich dich her!!1! :)

Im Anschluss gab es dann, quasi als Gegenstueck zur extremen Benzinverbrennung des Tages, ein paar Oekolatschen fuer den Gewinner des Rasenmaeherrennens. Als Gewinner der Herzen durfte ich mir aber auch ein paar Abholen. Und ja, die sind echt bequem, die Dinger :).

Am Spaetnachmittag mussten wir uns dann leider schon wieder auf den Heimweg machen und konnten nicht zum abendlichen Bier-Ausklangtrinken bleiben oder gar zum samstaeglichen Wheelen fahren wie ich es eigentlich vorhatte, was mir ein wenig leidtat. Naja, naechstes mal dann wieder :). Alles in allem war es schoen, mal wieder die ganzen Kollegen zu treffen und ein bisschen zu plaudern. Hat Spass gemacht Jungs! Und die entgangenen Fahrberichte versuche ich nachzuliefern, versprochen!

Bilder: Gerhard Rudolph / Honda / Andreas Rüdiger


Irgendwann triffts jeden…

Das da oben ist das Karlsruher Vincentius-Krankenhaus, das ich zur Zeit oefters als gewuenscht besuchen darf. Der Grund dafuer ist, dass es mich nun auch mal erwischt hat: Ich bin von einem Autofahrer vom Motorrad geholt worden. Mist.

Als ich Dienstag abend in den Feierabend gestartet bin, das Buero verlassen und den Aufzug in die Tiefgarage genommen habe, stieg im dritten Stockwerk jemand mir unbekanntes zu und faehrt mit in den Keller. Unten angekommen verabschieden wir uns und gehen unserer Wege. Ich laufe zu meinem Motorrad, steige auf, starte den Motor und fahre los. Weit komme ich leider nicht, denn ein paar Meter spaeter kommt noch in der Tiefgarage ein Auto von links und dann war’s auch schon vorbei. Was genau passiert ist, moechte ich noch nicht schreiben, da die Situation zwar recht eindeutig ist und ich eigentlich keine Probleme bei der Schadenregulierung erwarte, aber ich nicht zuviel sagen will, bevor das alles abgeschlossen ist. Nur soviel: Ich war auf dem Weg zur Ausfahrt und der Unfallgegner fuhr entgegen der Fahrtrichtung und zog ohne anzuhalten und wenigstens die Rechts-vor-Links-Regel zu beachten, direkt von Links vor mir raus. Auf dem Bild sieht man die Situation wo’s passiert ist. Man beachte den Fahrtrichtungspfeil hinter der Roten gephotoshoppten Markierung. Ich denke mal, dass das ziemlich eindeutig ist, aber mal schauen ob das die Versicherung aehnlich sieht.

Der Unfallort

Der Unfallgegner selbst war mein Freund aus demAufzug und er war jedenfalls sehr OK und hat mich auch vor Ort erstmal versorgt. Danke dafuer nochmal (auch wenn er das hier wohl eher nicht lesen wird)! Mich hats jedenfalls ordentlich hingelegt. Ich erinnere mich, in dem Moment als mein behelmter Kopf auf dem Boden aufgeschlagen ist, sofort „und genau _deswegen_ trag ich nen Helm“ gedacht zu haben :).

Am Arsch, aber erstmal twittern...

Nachdem ich dann unter dem Motorrad befreit wurde und an die Wand gelehnt sass und mir alles wehtat, hab ich erstmal einen Kollegen angerufen, der noch im Buero war und der dann alles weitere organisiert hat. Auch dafuer nochmal ein grosses Danke! Neben Knien, Unterschenkel, Huefte und Schulter, tat mir die rechte Hand sehr unschoen weh und die Richtung in die ein paar meiner Finger standen, sah auch nicht so gewollt aus. Lustigerweise ist mir, als ich so da sass und auf die Sanitaeter gewartet habe und ich mich irgendwie von den Schmerzen in meiner Hand ablenken wollte, erstmal nix besseres eingefallen, als das zu Twittern. Gebt mir bitte den Balls-of-steel-Web2.0-Award!

In der Notaufnahme

Naja, danach gabs dann den ueblichen Drill: Polizei, Sanitaeter, alles vor Ort. Weils ganz schoen fies wehtat, durfte ich eine Freifahrt im Rettungswagen ins Krankenhaus geniessen (und wer mich kennt, weiss was das heisst: Ich HASSE Krankenhaeuser!), bekam dort vom Roentgengeraet die Jahreshoechstdosis eines deutschen Kernkraftwerksarbeiters verpasst und anschliessend die Diagnose, dass ich diverse Prellungen habe, die zwar Aua machen, aber sonst recht harmlos sind, aber meine Hand dafuer durch mehrere Brueche doch ganzschoen gelitten hat. Na super.

Gips. Wollt ich schon immer mal nicht haben.

Immerhin durfte ich die Nacht bei mir zuhause verbringen und das dank der Schmerzmittel extraflauschige Sofa bei mir daheim geniessen. Die erste Folgeuntersuchung im Vincentius hat ergeben, dass ich zwar eine leichte Fehlstellung des Ringfingers habe, die aber noch in einem Bereich liegt, die innerhalb der Toleranz des Ergebnisses einer operativen Korrektur liegt. Auf gut deutsch: wenn die da rumschnippeln, wirds eventuell auch net besser, ich werd also so oder so Folgen des Unfalles behalten. Damit schauts zwar momentan so aus, als ob ich um ne OP herumkomme, aber genau weiss ichs erst naechste Woche, wenn die Aerzte den Heilungsprozess sehen. Drueckt mir die Daumen! Achja, das Motorrad ist auch relativ mitgenommen. Also durchaus wieder herrichtbar, aber halt tausend Kleinteile, die hinueber sind. Mal schauen, was der Gutachter sagt.

Das bisherige Fazit der Geschichte: Gipse sind doof, Schmerzmittel sind lustig.Mindestens 4 Wochen Krankschreibung klingen toll, nerven mich aber bereits jetzt am zweiten Tag, weil ich nicht weiss, was ich tun soll. Und die rechte Hand kein bisschen nutzen zu koennen saugt gewaltig. Mit der linken Hand tippen (allein fuer diesenEintrag habe ich ein paar Stunden gebraucht), schreiben, essen, sich anziehen oder sich den Hintern abwischen ist sehr gewoehnungsbeduerftig. Mal schauen, wie lange mein Gehirn benoetigt, all diese kleinen Dinge zu lernen :)