Countdown Italy 2011 – Tag Fünf (& Fünf+1)

Kurz vor der Grenze zu Deutschland waren wir dabei, das Hahntennjoch zu ueberqueren, als ich einige Meter vor mir einen Mitfahrer wild stuerzen sehe. Ich halte erschrocken an, fluche ein wenig und stelle das Motorrad auf den Seitenstaender – nicht ohne dabei festzustellen, dass es hier arschglatt ist. Ich muss aufpassen, um nicht nach dem Absteigen zu Fuss auszurutschen. Den Grund sehen wir kurz danach: Ueber die komplette Fahrbahnbreite geht eine Oelspur, die genau in der Kurve beginnt und bis ca 40 Meter nach der Kurve reicht. Hier hatte unser Fahrer keinerlei Chance, hier war die Fahrt zu ende.

Oelspur

(Photo by http://www.facebook.com/areyoureadyforhonda )

Nachdem vorbeikommende Passanten fuer uns die Polizei gerufen hatten, haben @epic_fnord und ich erstmal unsere Sanitaeterskillz ausgepackt und den Kollegen abgetastet und geprueft, ob er noch funktioniert oder ob er aerztlicher Behandlung bedarf. Nachdem wir (und er), abgesehen von seiner Schulter, erst davon ausgingen dass er relativ unverletzt aus dem Unfall kam, hat die spaeter entdeckte Platzwunde und die laedierte Schulter dann doch noch fuer einen stationaeren Krankenhausaufenthalt gesorgt. Klingt allerdings wilder als es ist: Ein gebrochenes Schluesselbein, das operativer Korrektur bedurfte, sowie ein bisschen allgemeines wieder aufpolieren, haben ihn mehr oder weniger wieder hergerichtet. An dieser Stelle nochmal gute Besserung und Genesung! Komm bald wieder aufs Mopped!

Das verunfallte Motorrad wurde von uns vor Ort inspiziert und von den fachkundigen Kollegen mit dem Kommentar “Das is ne Honda, die richten wir wieder ein bissl her und dann faehrt die wieder!” unter Einsatz von Unmengen Duct-Tape, Werkzeugteilen (nicht zum Fixen, sondern als Kupplungshebel- oder Fussrastenersatz) und purer Muskelkraft (um die verbogenen Teile wie den Lenker wieder halbwegs hinzubekommen) wieder zusammen-McGyvert.

Kaputt

(Photo by @epic_fnord – http://yfrog.com/nxy4usj )

Trotz allem war der Tag inzwischen schon mehr oder weniger gelaufen, denn inzwischen war der spaete Nachmittag angebrochen. Die Frage war, wie wir nun weiter vorgehen sollten. Immerhin hatten wir noch die Leihmaschine vom Freitag dabei, die diese Nacht noch zurueckgegeben werden musste, ausserdem war der grossteil der Mitfahrer davon ausgegangen, noch am Abend wieder daheim zu sein und am naechsten Tag wieder seinem Job nachgehen zu koennen. Nach einer laengeren Ueberlegung, wer heim fahren koennte, wer die Leihmaschine zurueckbringt und wer sich um das Gepaeck kuemmert, hat die Truppe sich in drei Teile aufgeteilt: Der Griesgram hat den Krankentransport uebernommen und unseren verunfallten Roadblogger schonmal heimwaerts nach Hanau geleitet. Die Foristen haben ebenfalls den Heimweg angetreten, da sie es ja eh nicht mehr weit hatten. Die verbleibenden vier Fahrer – @epic_fnord, @pistonpin, @olifra73 und meine Wenigkeit, @broaaaa – haben das verbleibende Gepaeck umgepackt, die Leihmaschine gesattelt, die verbleibenden VFRs und die Varadero genommen und Kurs auf Singen genommen, wo wir die Leih-Fireblade dem freundlichen Haendler – der Motorradwelt Singen – zurueckgebracht haben.

Da es inzwischen, durch all die vorherigen Verzoegerungen, spaet in der Nacht war, haben wir uns entschlossen, doch noch ein Hotel zu nehmen und die Heimfahrt erst am naechsten Tag fortzusetzen. Der Jaegerhof in Singen hat sich als ganz angenehmes Hotel, gefuehrt von sehr freundlichen und hilfsbereiten Besitzern, herausgestellt. Auch an dieser Stelle nochmal ein freundliches Dankeschoen! Die Heimfahrt nach Offenbach ueber die Autobahn, war dann wieder erwartet unaufregend. In Offenbach angekommen, haben wir Ralf noch einen Krankenbesuch abgestattet, uns von seiner Frau mit Kaffee und Kuchen fuettern lassen (auch dafuer nochmal danke! :)) und haben anschliessend die Moppeds auf den Hof der Honda-Zentrale in Offenbach gestellt.

Guellepumpe

(Photo by @pistonpin – http://lockerz.com/s/142458230 )

Beim umpacken unseres Gepaecks vom Honda-Fuhrpark auf unsere eigenen Motorraeder, haben wir alle noch ein bisschen ueber die Tour, Motorraeder und Benzin im allgemeinen gesprochen, bis dann doch die Zeit gekommen war, unseren entgueltigen Heimweg anzutreten. Wenn man so viele Tage in einer lustigen Gruppe, die sich gut versteht, miteinander verbringt, dann ist es immer schade, wenn diese Zeit vorueber geht. So hab ich mich von den Jungs mit einem lachenden Auge und der Vorfreude aufs naechste mal – aber auch mit einem weinenden Auge, mit dem Wissen dass die Tour jetzt definitiv vorbei ist und sich unsere Wege trennen, verabschiedet. Und lese ich die Tweets der anderen, denke ich dass es nicht nur mir so ging.

Tweets

Die Tour war trotz des relativ unschoenen letzten Tages der absolute Hammer! Es war ein Abenteuer, das wir nicht wieder vergessen werden! Wir haben miteinander gelacht, hatten eine Menge spass und es war ein unglaubliches Erlebnis, daran teilnehmen zu duerfen!

An dieser Stelle nochmal ein ganz grosses dankeschoen an Honda, fuer das moeglich machen dieser Tour! Danke an Oliver Franz, der sich unglaublich engagiert hat, um die Tour zu einem Erfolg werden zu lassen! Danke an Nolan fuer die absolut hammergeile Ueberraschung mit den Helmen! Danke an Castrol Honda fuer den VIP-Status beim SBK! Danke an Familie Isara vom Hotel Fontanella, fuer die freundliche Unterbringung! Und Danke an all die, die hinter den Kulissen mitgearbeitet haben, damit das ganze Ding fuer uns zum tollen Erlebnis wird!


Countdown Italy 2011 – Tag Drei

Nachdem wir uns im Accreditation Center unsere Paesse geholt haben, gings dann auch in den Paddock Bereich. Niedlich fand ich im Superbike Village den Dude, der die dort ausgestellten Honda-Motorraeder betreut hat. Der kam naemlich gleich zu uns gerannt und meinte, ob wir nicht Lust haetten, ein paar Honda Motorraeder Probezufahren. Dass wir genau das gerade tun, war ihm entgangen :). Nachdem wir uns anschliessend unseren Weg in die Honda Pressebox gebahnt hatten, mussten wir zuerstmal feststellen, dass sich das mit dem Essen bis Mittags verschiebt. Nunja, auch gut. Wir haben dann stattdessen ein bisschen die Trainingssessions verfolgt und uns ist aufgefallen, dass die Superbikes im Fernsehen deutlich langsamer ausschauen als in echt. Das war mir ja eigentlich schon vorher klar, doch wieviel schneller die Dinger in echt wirken, ist unbeschreibtlich. Nachdem wir den Paddock-Bereich durchspaziert sind und schlussendlich unser Essen bekamen, haben wir uns an Teil 2 unserer Tagesplanung gemacht: Wir sind ans Meer gefahren. War ja gerade mal 50km oder so von der Rennstrecke entfernt, da kann man sowas schonmal tun. Oliver und Murat mussten sich in einem Touristenoertchen erstmal Badehosen kaufen, ich hatte meine schon von zuhause mitgenommen \o/.

3-3

(Photo by @epic_fnord: http://yfrog.com/j2yimgj )

Nachdem wir uns im kuehlen Nass haben treiben lassen und uns wie die kleinen Maedchen ne Wasserschlacht gegeben haben, sind wir noch ein bisschen am Strand herumgelegen. Fuer mich war das eines der Highlights der ganzen Tour: Das war Urlaub komprimiert auf wenige Stunden. Man sollte eh viel oefters ans Meer fahren, finde ich. Zurueck im Hotel, haben Alexander und Rainer festgestellt, dass ihre Zimmer umgezogen wurden. Heisst: Die Hotelangestellten haben ihren Kram ohne zu fragen von einem Zimmer in ein anderes geraeumt, da sie “die Zimmer brauchten”. Sehr schoen. Dass die beiden leicht angenervt waren, ist dann auch verstaendlich. Aber das hat sich dann auch schnell wieder gegeben :).

Abends haben wir dann noch ein Geldwaescherestaurant auffliegen lassen. Zumindest war das unsere Vermutung. Denn obwohl es aussah wie ein Luxusrestaurant und die Preise auch dementsprechend waren, konnten die eines nicht: Kochen! Unsere Steaks, die wir bestellt hatten, waren so unglaublich versalzen, dass wir die nicht essen konnten. Die stattdessen als Ersatz bestellten Tagliatelle in Irgendwas, waren auch salzig und vor allem noch halb roh. Ja, ich weiss, dass Nudeln in Italien “al dente” sein muessen, aber das  war schon zu viel. Der Kellner war dann auch heillos ueberfordert mit uns, aber immerhin hat er sich bemueht.

3-2

Nachdem wir die Nacht noch mit einem Absacker abschliessen lassen wollten, sind wir eine knappe Stunde durch den Ort geheizt, auf der Suche nach einer Bar. Nachteil eines Touristenstaedtchens ausserhalb der Saison: Alles ist geschlossen. Also ging es dann doch zurueck ins Hotel auf einen Grappa und viel Blogpostarbeit.

Teil 4 folgt morgen…


Countdown Italy 2011 – Tag Zwei

Der zweite Tag startete dann etwas entspannter: Um 8 Uhr frueh bei Temperaturen um den Gefrierpunkt erstmal 2 Paesse erobern macht zwar Spass, ist aber doch ganz schoen frisch. Amuesierende Highlights: Als wir auf dem ersten Pass stehen und fuer Fotos posieren, haelt neben uns ein Opel, die Tuer fliegt auf und ein Trachten tragender Italiener mit Gewehr stuermt aus dem Auto, schultert die Knarre und verschwindet so schnell wie er gekommen war, per Pedes hinter dem naechsten Huegel. Der zweite Pass war fuer mich insofern interessant, da ich bislang immer nur groessere Paesse gefahren bin, dies aber mein erster Pass ins geroelligen Gebirge war und mich die schmalen Strassen mit relativ senkrechten Abgruenden neben den Kehren doch sehr beeindruckt haben. Gut, da hat es so was aehnliches wie Leitplanken, aber die helfen mir auch net viel, wenn ich mich da langlege. Gibts eigentlich Kombis mit integriertem Fallschirm? Ansonsten, was soll ich zu Passstrassen gross schreiben? Ihr seht es ja dann spaeter im Video.

Nachdem wir bereits mit einstuendiger Verspaetung (was sonst) bei Nolan in Bergamo eingelaufen sind, gab es erstmal lecker Mittagessen, dass die Jungs fuer uns vorbereitet haben. Auf die Werksbesichtigung mussten wir wegen dem Zeitdruck leider verzichten (denn wir mussten bis 17.30 Uhr in Imola sein, laut Plan), aber fuer eine kleine Besichtigung der aktuellen Helmpalette im Nolan Showroom musste einfach Zeit sein. Dort hat uns dann auch eine grossartige Ueberraschung erwartet: Nolan hat fuer uns ein paar der ersten Serienmodelle des neuen X-lite 702 bereitgestellt. Hierbei handelt es sich um den Nachfolger unserer “alten” Road-Blog.de-Helme, der 701 Serie. Offiziell sind die Helme voraussichtlich ab November im Handel erhaeltlich, wir duerfen also mit die ersten sein, die diesen Helm ausserhalb Nolans ueberhaupt tragen. Und nicht nur das: Die Jungs haben sich echt die Muehe gemacht, fuer uns 6 Helme extra im Road-Blog.de-Design anzufertigen!!1! Ich meine, wie geil ist das denn? Nen Helm selbst lackieren oder bekleben, kann ja jeder: Aber einen personalisierten Helm, der vom Hersteller direkt designt und hergestellt wurde, das hat nicht jeder! Ha! An dieser Stelle nochmal ein echtes, riesengrosses Dankeschoen von meiner Seite! Ich habe mich riesig gefreut (und tue das immer noch), und auch wenn die Leuts wohl zuerst dachten dass ich mich darueber nicht freue: Doch, ehrlich! Das war eines der coolsten Dinge, die ich seit langem bekommen habe! :)

Wo war ich? Achja, Imola! Nachdem wir einen sportlichen Run nach Imola hingelegt haben, haetten wir es auch fast noch puenktlich geschafft – haetten wir nicht a) 20km vor dem Ziel tanken muessen, b) durch einen massiven Navigationsverplaner die Ausfahrt verpasst (kurz vor der Ausfahrt noch schnell nen LKW ueberholen und dann abfahren, kann hinterherfahrende Moppedfahrer stark verwirren und dafuer sorgen, dass ein Teil der Gruppe die Ausfahrt verpasst) und c) die Bekanntschaft eines sehr Sturkoepfigen Mautwaechter gemacht, der darauf bestanden hat, dass wir fuer 10 Motorraeder die Maut nicht mit einer Kreditkarte, sondern mit 10 verschiedenen Kreditkarten zahlen muessen. Langer Rede kurzer Sinn: Wir kamen dann doch mit ueber einer Stunde Verspaetung an. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, morgen ist auch noch ein Tag und so haben wir mehr Zeit, gemuetlich unser zweites Hotel zu beziehen und gemuetlich zu abend zu essen. Muss man alles immer positiv sehen!

Tag Drei erzaehle ich euch dann morgen…


Countdown Italy 2011 – Tag Eins

Es ist Samstag Abend und die ersten drei Tage der Tour sind bereits vorbei. Hoechte Zeit, das bisher Geschehene zu rekapitulieren. Hier der Bericht des ersten Tages.

Begonnen hat die Tour fuer mich ja quasi bereits am Mittwoch abend – eine Woche vorher sorgfaeltig geplant, was ich alles mitnehmen sollte, aber dann doch erst in der Nacht vor der Tour alles zusammenpacken. Perfekterweise habe ich dann auch gleich meine Kamera vergessen. Die liegt auf meinem Esstisch, direkt neben meinem Reiseadapter, die ich beide extra dorthingelegt habe, damit ich sie nicht vergesse. Hmpf.

Donnerstag frueh haben @epic_fnord und ich uns von Karlsruhe auf den Weg Richtung Offenbach gemacht, wo uns der Rest der Truppe bereits erwartet hat. Oliver war auch gleich da – und nachdem die Goodies verteilt und der Fuhrpark gesattelt wurde (ich habe mir wieder die VFR DCT geschnappt), ging es auch schon los ueber die Autobahn in Richtung Stuttgart, wo der letzte Mann der Truppe aufgesammelt wurde. Bis hierhin lief alles ganz stressfrei, allerdings gab es dann geschaetzte 30 Minuten spaeter doch einen kurzen Adrenalinstoss: @pistonpin und ich fuhren auf unseren VFRs parallel die Autobahnausfahrt hinunter, links ab auf die Bundesstrasse, Alexander kurveninnen links neben mir. Alles sehr entspannt und mit voellig normaler Geschwindigkeit, also keinessfalls am heizen. Als ich ploetzlich sehe, wie ihm das Hinterrad wegrutscht, er sich schraeg neben/vor mir quer stellt, ich im selben Moment an ihm vorbeifahre und sehr spontan hoffe, dass er mir nicht ins Mopped rutscht, aber doch noch vorbeikomme, und ich im Rueckspiegel sehe, wie er einen wunderschoenen Highsider hinlegt und ihn die VFR – fuer mein ungeschultes Auge zumindest – sehr violent abwirft. Gluecklicherweise ist ihm nichts passiert, und als ich mein Mopped abgestellt habe und zurueckgerannt bin, stand er bereits wieder neben den Ueberresten der VFR und suchte nach seiner Brille (Ich nenne ihn deswegen momentan Harry Potter. Aber die Story mit der Brille darf er euch gern selbst erzaehlen :)). Der ADAC kam recht fix, hat die Ueberreste abtransportiert und Oliver hat mit Hilfe eines oertlichen Honda-Haendlers innerhalb einer Stunde eine Leihmaschine organisiert bekommen. So muss das sein! Hat zwar trotzdem fuer knapp 3 Stunden verzoegerung gesorgt, aber Hauptsache es ist nix passiert.

Die weitere Fahrt war, abgesehen von der dreistuendigen Verspaetung und dem verzweifelten Versuch, diese wieder aufzuholen, recht ereignislos. Achja, falls jemand dachte, dass die Deutschen fleissig sind in Sachen “Blitzer aufstellen”, der darf gerne mal nach Liechtenstein fahren und sich von den dortigen Gepflogenheiten ueberzeugen. Holla die Waldfee, haben die nen Blitzerwald! Da wir aber schneller als der Blitz sind (ha!), haben wir die Liechtensteiner auch bald wieder verlassen und fahren weiter Richtung Livigno, wo wir unser erstes Nachtquartier aufschlagen wollen. Nachdem wir uns noch den Luxus einer naechtlichen Passfahrt durch Eis- und Schneelandschaften bei Eiseskaelte gegoennt haben (weil wir’s koennen!), kamen wir gegen 10.30 Uhr im Hotel in Livigno, dem ersten Etappenziel, an.

Bilder des ersten Tages reiche ich noch nach. Bis dahin, muss es ein Video tun. Mehr von der Tour gibts dann morgen!


Schiffle fahren #cti11

Wir fahren grad auf der Faehre uebern Bodensee in die Schweiz \o/

Bei, freundlichen Honda-Haendler #cti11

Wir sind gesaettigt und holen grad Pistonpins Leihmotorrad. Nun aber weiter, wir wollen heut schliesslich noch nach Italien!

Und weiter gehts… #cti11

Die kaputte VFR ist in der Werkstatt, ne Ersatzmaschine fuer Alexander ist organisiert. Holen sie jetzt ab und gehen gleich was essen. Italien, wir kommen!

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